Ich werde mich gleich wiegen gehen. Habe Angst. Mein Esensplan für heute ist nur das gemeinsame Abendessen zu essen. Hm, ob das zu viel ist? In meiner Familie wird immer viel und vorallem kalorienreich gekocht. Schon scheiße wenn der Vater Koch ist und einfach alles gut schmeckt. Aber eine Portion reicht mir. Ich weiß aber nicht ob das zu viel ist, weil ich grade wieder am Anfang stehe und da ist strikteres Hungern angesagt, damit ich mein Körper sich schnell daran gewöhnen kann.
Ich hasse es, wenn ich den ganzen Tag einen leeren Magen hatte und aufs Abendessen warte. Eigentlich will ich es nicht. Nein, ich brauch das nicht. Ich hasse essen. Ich will dünn sein. Ich will nichts essen. Aber der Hunger der sagt mir 'Ach, nur das Abendessen. Das brauchst du' Und darauf höre ich. Obwohl ich weiß, dass es falsch ist. Nach dem Abendessen... ist mir schlecht. Schon fast übel. Ja, vielleicht ist das die Reue die sich breitmacht. Ich hätte das nicht essen sollen. All die Kalorien. Generell essen. Mein Magen bläht sich auf. Am Anfang ist das aber längst nicht zu vergleichen, wie es nach wochenlangem wenig-essen ist. Und irgendwann, ja, irgendwann kommt der Tag, an dem ich viele Komplimente kriege. An dem Mama grade frisch viel Obst gekauft habe. Wo wir alle im Wohnzimmer sitzen und meine kleine Schwester Süßigkeiten isst. Süßigkeiten.. ich denk gar nicht an den Gedanken sie zu essen. Aber Obst. Nein, das will ich nicht. Ich habe einen Plan. Den Plan, nur zu essen, wenn ich es muss. 'Komm, die eine Banane, das sind nicht viel Kalorien und es ist gesund. Außerdem bist du danach satt und du darfst dir das erlauben, sieh mal wieviel du schon abgenommen hast.' Das waren die Worte die ich brauchte. Die ich aber nicht wollte. Ich tapse in die Küche und nehm mir die Banane. Trink ein Glas Milch, kommt auch selten vor. Und dann passiert etwas, was ich mir einfach nicht erklären kann. Ich hab keine Reue. Ich warte bis zum Abendessen und nehm nicht eine, nicht zwei eben drei Portionen. Danach geht es weiter. Eigentlich wäre ich pappsatt. Eigentlich hab ich viel zu viel gegessen. Eigentlich hat sich mein Magen schon aufgebläht als ob es ein Luftballon wäre. Aber nein, nein, nein, nein ich hör nicht auf. Ich denke mir 'Ach wenn ich schon heute so viel gegessen habe, dann ess ich heute noch mehr, bzw. gönne mir das'. Und Gedanken von Reue nehm ich in meinem Fresswahn nicht war. Kekse, Schokolade, ein Brot mit Belag, noch mehr Kekse, noch ein Joghurt, dann ein Kakao, ne Banane mit Nutella, ein Brot mit Nutella. Doch das ist nicht das letzte. Sämtliche Süßigkeiten. Bis mir das Esen schon fast hochkommt Hochkommt. 'Verdammt, das war zu viel. Ich hab die Kontrolle verloren. Ich will das nicht mehr. Ich muss das auskotzen.' Aber es geht nicht. Meine Familie ist da. Ich hätte das besser Planen sollen. Mich darf niemand hören. Ich kann es nicht wenn sie da sind. Warum hätte ich den Fressanfall nicht auf einen Tag verlegen können, wo ich allein bin? Weil ich es nicht kann. Nicht verlegen kann. Ich hasse diese Tage. Der Tag danach ist immer das schlimmste. Vielleicht hab ich ein bisschen abgenommen. Zuerst. Aber der zweite Tag spätestens zeigt es mir dann, vielleicht 1 Kilo, vielleicht 2 Kilo wieder drauf.
Und genau diese Tage will ich vermeiden. Ich darf mir nichts gönnen. Nichtmal Obst.
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